Die Felsen von Vitlycke

Die meisten Besucher der Welterbestätte Tanum führt der Weg zum Felsen Vitlyckehällen, nur circa 200 m vom Museum Vitlycke entfernt. Hier finden Sie u.a. das bekannteste Felsbild des westschwedischen Bohuslän: das Brautpaar.

Hier findet der Besucher rund 500 Einzelbilder – aus dem gesamten Zeitraum, in dem im westschwedischen Bohuslän Felszeichnungen entstanden: von 1700 bis 300 v. Chr. Außer der großen Felsplatte mit Ritzungen gibt es noch vier kleinere, die sich dem Besucher auf einem kurzen Fußweg von 500 m erschließen. Oben auf dem Berg oberhalb des Felsens Vitlyckehällen liegen zwei Steingräber aus der älteren Bronzezeit – und man hat von hier aus eine phantastische Aussicht über die Gegend um Tanum und die gesamte Welterbestätte.

Das Brautpaar

Die als „Brautpaar” bekannte Scene zeigt ein eng umschlungenes Paar – mit einem weiteren Mann, der mit erhobener Streitaxt links von den beiden eingeritzt ist. Möglicherweise zeigt dieses Bild eine prähistorische Hochzeit – und solche Hochzeiten fanden in jedem Frühjahr statt, um die Götter milde zu stimmen für gute Ernten und gesunde Tiere. Der links eingeritzte Mann mit seiner Streitaxt könnte dabei ein ritueller Anführer sein, der das Paar mit seiner Axt segnet.

Eine Reise in das Reich des Todes?

Frauen kommen auf den Felszeichnungen nicht sehr häufig vor, aber in Vitlycke sind gleich zwei eingeritzt: außer der Braut findet man in der Mitte der Felsplatte das Bild einer Frau, die sich links von einem – möglicherweise toten – Mann hingehockt hat. Die Knochen des Mannes gehen in die Ritzung eines Bootes über. Vielleicht beschreibt dieses Bild die Reise in das Reich des Todes – die Vorstellung, dabei einen Wasserlauf zu überqueren, findet sich in vielen prähistorischen Religionen – in der griechischen Mythologie überqueren die Verstorbenen den Fluss Styx, um von der Ober- in die Unterwelt zu gelangen.

Grenzlinie mit Schälchen

Der rechte Teil der Felsplatte wird durch eine Reihe von 70 Schälchen abgeteilt. Auf jeder Seite dieser Schalen stehen drei Krieger, einer links davon, zwei rechts. Die Krieger sind mit Schwert, Äxten und Schilden bewaffnet. Möglicherweise ist diese Reihe als Grenzlinie gedacht, und wir beobachten einen Konflikt um diese Grenze. Weitere Schälchen sind über die Felsplatte verteilt – einige wohl mehr zufällig, andere sind Teil von Figuren: beispielsweise als Last eines Bootes, zwischen den Beinen von Menschen oder unter den Schwänzen von Stieren.

Updated: 2017-02-14 09:52