Entdecken Sie eine andere Seite der Bronzezeit als die bekannten Felsbilder: Während die Felsbilder uns Einblicke in vergangene Zeiten vermitteln, zeigt uns der Bronzezeithof des Vitlycke Museums den bronzezeitlichen Alltag: hier erfahren Sie, wie die Menschen damals lebten, wie sie wohnten, Landwirtschaft betrieben und welche Tiere sie hatten.
So sah ein Hof in der Bronzezeit aus
Aussehen und Konstruktion des Wohnhauses
In der Bronzezeit baute man Gebäude aus organischem Material, und daher existieren heute nur wenige Spuren davon. Dank der langjährigen Arbeit unserer Archäologen/Archäologinnen wissen wir trotzdem sehr genau, wie diese Gebäude höchstwahrscheinlich aussahen.
Dieser Haustyp wird als „Langhaus“ bezeichnet und war mehrere Tausend Jahre lang üblich. Mit nur geringen Änderungen kam dieser langgestreckte Haustyp vom Ende der Steinzeit bis Ende der Eisenzeit häufig vor. Die „Langhäuser“ waren 10 bis 40 m lang, und man nutzte bei ihrem Bau das Material, das gerade zur Hand war. Unsere Häuser wurden aus Eiche, Schilf, Torf, Zweigen und Lehm gebaut. In einem Haus dieser Größe konnte ein Haushalt von 10 bis 12 Personen unterkommen – alle Generationen wohnten unter einem Dach.
Kühleres Klima
Im jüngeren Bronzezeitalter kam es zu einem Klimawechsel, und damit änderten die Menschen auch ihre Wohnweise: es wurde kälter, und man erlaubte den Tieren, in die Wohngebäude einzuziehen, auf jeden Fall den wertvolleren Nutztieren. Die Langhäuser wurden weiterhin wie während der älteren Bronzezeit gebaut, jetzt jedoch mit der einen Hälfte als Wohnraum und mit der anderen Hälfte als Stall. Man vermied den Bau freistehender Stallungen wahrscheinlich deshalb, weil es mit den Tieren zusammen im Wohngebäude wärmer wurde. Auch ließen sich die wertvollen Tiere leichter vor Dieben und Raubtieren schützen und verteidigen.
Die Nutzpflanzen der Bronzezeit
Pollenanalysen und Spuren von bis zu 100 verschiedenen Pflanzensorten aus unseren archäologischen Ausgrabungen vermitteln uns ein gutes Bild davon, welche Pflanzen in der Bronzezeit existierten und verwendet wurden. Einige Pflanzen wurden angebaut, anderen in freier Natur für verschiedene Zwecke gesammelt: als Nahrungsmittel, als Heilpflanzen, für die Herstellung von Textilien oder zum Färben.
Beispiele für bronzezeitliche Getreidesorten sind Emmer, Einkorn, Hirse, Futtererbsen und Ackerbohnen.
Tiere auf dem Hof
Schafe und Schweine sind typische Nutztiere auf dem Bronzezeithof – darüber hinaus hielt man damals möglicherweise auch Ziegen, einige Kühe und – wenn man wohlhabend genug war – sogar ein Pferd. Außerdem besaß man keine zahmen Vögel. Die Tiere der Bronzezeit waren kleiner als heute und produzierten weniger Nahrung, dafür waren sie insgesamt robuster.
Entdecken Sie den Bronzezeithof des Vitlycke Museums
Rekonstruktionen von Langhäusern und bronzezeitlicher Hofumgebung
Auf dem Hof können Sie das bronzezeitliche Leben in unseren rekonstruierten Langhäusern des älteren und jüngeren Bronzezeitalters erforschen. In der Sommersaison hat zudem unsere Werkstatt geöffnet, wo Sie traditionelles Handwerk erleben können.
Beerensträucher, Bäume und biologische Vielfalt im Bronzezeithof
Die Pflanzen im Hof wurden ausgewählt, um die Kulturlandschaft der Bronzezeit widerzuspiegeln und Lebensräume für Solitärbienen, bestäubende Insekten und Vögel zu schaffen. Die Pflanzungen zeigen, welche Nutzpflanzen angebaut wurden und was man in dieser Zeit essen konnte.
Natur- und Kulturlandschaft rund um das Vitlycke Museum
Vom bronzezeitlichen Wald zur offenen Weidelandschaft
Im Bereich hinter dem Hof wächst ein Wald, den wir schrittweise in einen von der Bronzezeit inspirierten Wald verwandeln. Wälder waren im Bronzezeitälter vorwiegend Mischwälder mit Linden, Eichen, Eschen, Birken und Hasel. Intensivere Landwirtschaft und Viehhaltung führten dazu, dass die früher sehr dichten Wälder immer mehr ausgedünnt wurden, und in einigen Gegenden entstanden auf diese Weise offene Acker- und Weideflächen.
Wald und Opferplatz am Vitlycke-museum
In der Tiefe des Waldes finden Sie einen See - ein Opfermoor, das Ihnen einen einzigartigen Einblick in die Welt der für die Bronzezeit heiligen Orte vermittelt. Am Ufer des Sees steht ein Baum, der mit Opfergaben in Form von bronzezeitlichen Halsketten geschmückt ist. Vom Steg aus können Sie auf die Insel hinüberblicken, wo die Götterbilder sich erheben.
Aktivitäten, Führungen und praktische Vorführungen
Dieser Hof ist nicht nur eine lebendige historische Rekonstruktion, sondern auch Grundlage des vom Museum betriebenen Landschulheims und zugleich wichtiges Element unserer geführten Touren.
In den Sommermonaten organisieren wir Aktivitäten wie Leben in der Bronzezeit und handwerkliche Vorführungen.
Weitere Informationen über Daten und Zeiten der Aktivitäten auf dem Bronzezeithof: